Unterwegs im Tempelgarten

tempelgarten-coverBei „Der Tempelgarten“, meinem neuen Roman (VÖ: 14. März), habe ich mir einen Traum erfüllt, den ich schon viele Jahre hege. Jeder Schriftsteller – ich würde sogar soweit gehen, zu sagen jeder Mensch – lässt sich von den unterschiedlichsten Dingen inspirieren. In Sachen Literatur hat mich kein Schriftsteller so sehr inspiriert wie Franz Kafka.

Wo andere Menschen erbost die Faust ballen oder erschreckt zurückweichen – zumeist in Erinnerung an „schlimme“ Deutschaufsätze in der Schule – habe ich die Geschichten von Kafka immer genossen. Egal ob es Klassiker sind wie „Der Prozess“ oder das viel zu wenig beachtete „Brief an den Vater“, kann ich mich jederzeit in den Texten von Kafka wiederfinden. Als ich das erste Mal „Das Schloß“ gelesen habe, kam ich zu dem Schluss – damals wie heute – dass es sich dabei um einen der besten Romane handelt, die ich jemals gelesen habe.

Gleichwohl war ich traurig, dass es sich bei „Das Schloss“ nur um ein Fragment handelt und von Kafka niemals beendet wurde. Mein Ansatz bei „Der Tempelgarten“ war, dass ich die Essenz von Kafkas Geschichte als Vorbild nehme und nicht nur in die heutige Zeit transportiere, sondern auch genau so zu Ende schreibe, wie ich es mir ganz persönlich in „Das Schloß“ gewünscht hätte. Unnötig zu erwähnen, dass ich den Roman von Kafka weder kopieren wollte, noch mir anmaßen wollte, das sprachliche Niveau von Kafka zu erreichen, etwas das meiner Meinung nach ohnehin nur für ganz wenige (noch lebende) Schriftsteller überhaupt zu erreichen wäre.

Mit „Der Tempelgarten“ gibt es für mich gleichermaßen einen weiteren Aspekt, der für mich wichtig ist. Es ist die erste (veröffentlichte) Geschichte von mir, die keinen direkten Bezug zu dem Fantasygenre hat. Es gibt fantastische Elemente, diese sind aber subtil gestreut und haben rein gar nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin als Fantasy bezeichnen würde. Ich freue mich also auf die Reaktion der Leser, nicht nur im Hinblick auf die Geschichte selbst, sondern auch auf die neue Facette in meiner literarischen Arbeit.

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