Das (neue) Literarische Quartett

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Am 2. Oktober – während der Entstehung dieses Textes gestern – lief das Literarische Quartett im ZDF. Wie nicht anders zu erwarten, zur absoluten Primetime, um 23:00 Uhr (sigh). Nun, zuallererst war ich froh zu hören, das es wieder eine hochkarätige Literatursendung in das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen geschafft hat aber wie hat das neue Literarische Quartett abgeschnitten, im Vergleich zu dem unvergessenen Original?

Ein schweres Erbe

Ich glaube es ist nicht vermessen zu behaupten, dass jeder, der sich ernsthaft mit Literatur beschäftigt, schon einmal von Literarischen Quartett (zumindest) gehört hat und die älteren Semester unter uns haben sicherlich die eine oder andere Sendung gesehen. Von 1988 bis 2001 bestand die Kernbesetzung aus Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler. Die Nachfolgesendung tritt also ein schweres Erbe an.

Das Konzept hat das ZDF beibehalten: Drei Kritiker und in jeder Sendung ein neuer Gast. Als Trio Infernale haben sich der Literaturkritiker Volker Weidermann, die Journalistin Christine Westermann und der Kolumnist Maxim Biller für das neue Quartett verpflichten lassen.

Frische Gesichter

Um der Wahrheit Genüge zu tun, muss ich gestehen, dass mir keiner der Drei vor Beginn der Sendung allzu viel gesagt hat. Das Gesicht von Frau Westermann kam mir bekannt vor, ich hatte schon mal das eine oder andere Wort von Herrn Biller gelesen und von Volker Weidermann wusste ich nur, dass er mit seinem Buch „Lichtjahre“ seinerzeit für Furore im deutschen Literaturzirkus gesorgt hat. Aber es hatte auch etwas Gutes an sich: Ich ging einigermaßen vorurteilsfrei an die Sache heran.

Als Gast der ersten Sendung hatten sich die drei Protagonisten die Schriftstellerin Julie Zeh eingeladen, die, das kann ich vorab sagen, zwar eine recht gute Figur gemacht hat, jedoch im Vergleich zu Weidermann, Westermann und vor allem Biller, eher farb- und konturlos daher kam. Hier und da ein paar interessante Einwürfe, gefolgt von leidenschaftslosen Erwiderungen.

Biller brilliert

Jedoch hat mich die erste Sendung trotz allem eingefangen und es war ein guter Start. Sicherlich muss sich das Ganze noch ein wenig einspielen und mehr Dynamik entwickeln aber vor allem Maxim Biller hat mir sehr gut gefallen. Kein Reich-Ranicki, das ist sicherlich auch nicht möglich, aber der Mann hat Leidenschaft für die Literatur und scheut sich auch nicht davor, diese zu zeigen.

Da steckt Potential drin und ich bin schon auf die nächste Sendung gespannt, die am 6. November ausgestrahlt wird.

1 Kommentar

  1. Marcel Wiesener

    War ein guter Start und ähnlich interessant wie das Blaue Sofa. Ob es an das alte Quartett heranreicht kann ich nicht sagen da ich davon nur einige wenige Folgen auf YT gesehen habe.

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